Schon als Basquiat (Jeffrey Wright) noch Graffitis auf die Mauern des Big Apple sprayte, sah er in sich selbst ein künstlerisches Genie, das einmal vom Rest der Welt erkannt den Olymp erklettern würde. 1981 lernt er seine erste Liebe Gina Cardinale (Claire Forlani) und seinen ersten Mentor Rene Ricard (Michael Wincott) kennen. Beide würde er betrügen und enttäuschen, während sein Stern in atemberaubender Weise zu strahlen beginnt.
![]() |
Jeffrey Wright, David Bowie |
Mit dem Überschäumen des Ruhms beginnt Basquiat langsam darin und daran zu Grunde zu gehen. Er lebt exzessiv und rücksichtslos, auch gegenüber seiner selbst. Drogen und sein egozentrisches Verhalten treiben ihn zusehends in die Isolation. Mit dem gewaltsamen Tod Andy Warhols vor nunmehr zehn Jahren verliert er vollends den Halt und stirbt ein Jahr später, gerade 27-jährig, an einer Überdosis.
![]() |
Jeffrey Wright, Claire Forlani |
Doch nicht nur der Regisseur und Drehbuchautor, auch ein Grossteil der Besetzung bewegt sich auch im wirklichen Leben in der einen oder anderen Kunstszene, was dem Film seine Glaubwürdigkeit und dadurch Stärke verleiht: Jeffrey Wright spielt nicht einfach Basquiat, er ist es. Oder David Bowie, zu dessen schillernder Persönlichkeit die Rolle des ebenso schillernden Andy wenigstens so gut passt, wie die vom Warhol Museum zur Verfügung gestellte Perücke.
«Man muss von Kunst und Kunstwelt nichts verstehen, wenn man sich in die Geschichte Basquiats einfühlen will. Ich wollte mich beim Publikum nicht anbiedern und diesen Film nicht mit konventionellen Mitteln erzählen. Die ersten Reaktionen scheinen mir Recht zu geben. Die amerikanischen Regisseure unterschätzen die Intelligenz ihres Publikums oft und schrauben ihre Ausdrucksmittel auf ein Niveau hinab, das aufs Publikum beleidigend wirken müsste.» 1)
1) Julian Schnabel in einem Interview mit Patrick Roth, Tagi vom 4./5.1.1997

| Titel: | Basquiat |
| Genre: | Studiofilm |
| Bewertung: | ****. |
| Länge: | 108 Minuten |
| Regie: | Julian Schnabel |
| Drehbuch: | Julian Schnabel (nach Lech Majewski) |
| Produktion: | Jon Kilik, Randy Ostrow, Joni Sighvatsson, Lech majewski (co) |
| Peter Brant (exec), Joseph Allen (exec), Michiyo Yoshizaki (exec) | |
| Kamera: | Ron Fortunato |
| Musik: | John Cale |
| Besetzung: | Jeffrey Wright (Jumpin' at the Boneyard, Faithful) |
| Michael Wincott (Dead Man, Strange Days) | |
| Benicio del Toro (The Usual Suspects, Swimming with Sharks) | |
| Claire Forlani (The Rock, Mallrats) | |
| David Bowie (The Man Who Fell to Earth, Into the Night) | |
| Dennis Hopper (Giant, Easy Rider, Speed) | |
| Verleih: | Rialto |