
Hamlet (Kenneth Branagh) ist erst betrübt, dann aufgebracht und schliesslich will er Blut sehen: Seine Mutter Gertrude (Julie Christie) hat nach dem Tod ihres Mannes, dem König von Dänemark, nicht trauernde Witwe gespielt, sondern seinen Bruder Claudius (Derek Jacobi) geheiratet und diesem damit die Krone zugeschanzt. «Das Gebackene vom Leichenschmaus gab kalte Hochzeitschüsseln», bemerkt Hamlet bitter und meint damit die allzu kurze Trauerperiode von Mama. Fassungslosigkeit wird von Hass abgelöst, als ihm der Geist seines Vaters erscheint und verkündet, Claudius habe ihn ermordet. Hamlet sucht nach einem Zeichen, das die Mordanklage aus dem Jenseits bestätigt, und er bekommt es. Der Dänenprinz greift zum Messer und massakriert den Falschen, den Vater seiner Liebsten. Die junge Frau dreht durch und bringt... der Rest soll hier nicht verraten werden, nur soviel: Es fliesst noch mehr Blut.
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| Eine irre Besetzung: Kenneth Branagh und Kate Winslet |
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| Hamlet mit (Stief-)Eltern: Julie Christie und Claudius |
Branaghs dramaturgisches Konzept (eigentlich simpel: alles bleibt drin) ginge aber daneben, wenn die Protagonistinnen und Protagonisten ihren Rollen nicht gerecht werden würden. Der Regisseur selber legt einen fulminanten Prinz hin, keine Spur von weltfremdem Bleichling in Strumpfhosen, und sorgt zusammen mit Julie Christie als Gertrude wohl für einen der schauspielerischen Höhepunkte der Adaption: Die Szene, in der Hamlet seine Mutter konfrontiert, ist an Intensität kaum zu überbieten. Noch für die kleinste Nebenrolle wurde Prominenz aufgeboten, und auch wenn Branaghs Wahl nicht immer überzeugt, so überwiegen doch die positiven Eindrücke bei weitem: Speziell herausgehoben werden kann etwa Charlton Heston, der seine Rolle als Erster Schauspieler mit einer gewaltigen Präsenz verkörpert, oder Billy Crystal als staubtrockener Totengräber.
Wer vor einem Kinosommer mit Fledermäusen und Dinosauriern substanzmässig nochmals auftanken und den grossen Atem eines Meisterwerks um sich spüren möchte, der ist hier allerbestens bedient.

| Titel: | Hamlet (1996) | |
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| Genre: | Drama | |
| Regie: | Branagh, Kenneth | |
| Drehbuch: | Branagh, Kenneth Shakespeare, William | |
| Produktion: | Barron, David | |
| Kamera: | Thomson, Alex | |
| Schnitt: | Farrell, Neil | |
| Musik: | Doyle, Patrick (I) | |
| Ausstattung: | Harvey, Tim (I) | |
| Kostüme: | Byrne, Alexandra | |
| Besetzung: | Abbasi, Riz Attenborough, Richard Beale, Simon Russell Blair, David Blessed, Brian Branagh, Kenneth Briers, Richard Bryant, Michael Christie, Julie Crystal, Billy Daish, Charles Dench, Judi Depardieu, Gérard Dinsdale, Reece Dodd, Ken Douglas, Angela Duke of Marlborough Edwards, Rob Ellis, Jimmy Farrell, Nicholas Fearon, Ray Gidden, Yvonne Gielgud, John Harris, Rosemary Heston, Charlton Issyanov, Ravil Jacobi, Derek King, Rowena Kissoon, Jeffery Lam, Sarah Lemmon, Jack Maloney, Michael McElhinney, Ian Mills, John (I) Mistry, Jimi Morgan, Frank (II) Radinger, Sian Ramsey, Melanie Schofield, Andrew Seale, Orlando Sewell, Rufus Spall, Timothy Szekeres, Tom Thom, Ben Warrington, Don Weeks, Perdita Williams, Robin Winslet, Kate Yip, David Yuill, Jimmy | |
| Länge: | 244 Minuten | |
| Negativ: | 65 mm | |
| Bild: | 35 mm Scope (Farbe) | |
| Ton: | SDDS | |
| Prod.-firma: | Turner Castle Rock Entertainment Fishmonger Films | |
| CH Verleih: |
Monopole Pathé Films |