Independence Day
Airborne on the Fourth of July.
Von guten Menschen und bösen Ausserirdischen.
Dieses Jahr scheinen die pyrotechnischen Meisterwerke aus den
USA Hochkonjunktur zu haben. Nach Filmen wie Twister,
The Rock und Eraser wird uns nun mit Independence
Day noch eine Weltuntergangsvision geschildert, die seinesgleichen
sucht. Nicht mehr und nicht weniger als die Rettung der gesamten
Erde steht diesmal auf dem Spiel und wer versteht das schon besser
als die USA im allgemeinen und Hollywood im speziellen?
2nd of July
Am diesem Tag stellen ebendiese Amerikaner fest, dass sich ein riesiges Raumschiff der Erde nähert, beim Mond stehenbleibt
und zehn bis fünfzehn kleinere Raumschiffe in Richtung Erde
schickt. Dort angekommen, beziehen die Ausserirdischen über
wichtigen Städten wie Los Angeles, Washington D.C., New York,
Paris, London und Moskau Stellung und die Menschheit beginnt sich
zwischen Hoffen und Bangen zu fragen, ob die Fremden wohl in Frieden
gekommen sind. Inzwischen hat aber der Computerspezialist David
(Jeff Goldblum) herausgefunden, dass die Ausserirdischen
eine Art Countdown gestartet haben und das kann ja nun wahrlich
nichts Gutes verheissen. Mit Hilfe seiner Ex-Frau Constance (Margaret
Colin), der Medienchefin des Präsidenten der USA (Bill
Pullmann), schafft er es, diese Erkenntnis dem mächtigsten
Mann der Welt kundzutun und die sofortige Evakuierung der bedrohten Städte
zu erwirken. Hier bekommt die Logik des Films einen ersten Knick,
da der Präsident einer blinkenden Anzeige auf einem portablen
Computer offenbar mehr zu vertrauen scheint, als seinen zahlreichen
Beratern. Ab dieser Szene übernehmen deshalb vermehrt spektakuläre
Spezialeffekte das Feld und die Geschichte wird je länger
je mehr unwichtig. Nach Ablauf des Countdowns werden die vorher
ausgewählten Städte nämlich förmlich pulverisiert
und man bekommt nur schon beim Zuschauen Angst, wenn eine Feuerwalze
durch die New Yorker Strassen fegt oder das Weisse Haus innert
Sekunden in eine rauchende Schutthalde verwandelt wird.
3rd of July
Der Präsident kann sich mit seinen Mitarbeitern auf eine
abgelegene Militärbasis irgendwo in Nevada retten und versucht
nun von dort aus, die Rettung der Welt in die Wege zu leiten. Durch
den Verteidigungsminister erfährt er, dass der Roswell-Zwischenfall
von 1947, beim dem angeblich ein UFO abgestürzt sei, das
seither von den Militärs in einem Hochsicherheitslabor untersucht
würde, tatsächlich so ereignet hat. Sollte dieses Raumschiff
der Schlüssel zu einer geeigneten Abwehrstrategie sein? Es
ist; und die ganze Rettungsaktion, die jetzt folgt, wirkt reichlich
an den Haaren herbeigezogen und sorgt bisweilen für unfreiwilligen
Humor. Wer hätte auch gedacht, dass ein F/A-18-Pilot (Will
Smith) nach nur wenigen Minuten bereits in der Lage ist, ein
fremdes Raumschiff zu steuern, dessen ausserirdische Piloten normalerweiseüber
mehrere Tentakel im Zweimeterbereich verfügen? Nach dem verdienten
Happy-End mit zwei Pärchen, die sich in einer zerstörten
aber friedlicheren Welt endlich gefunden haben, sieht man gerne über
die Millionen von Toten der ersten Filmhälfte hinweg.
4th of July
Eines muss man den Machern von Independence Day aber
trotzdem lassen. Ihr Film verfügt über alle Zutaten,
die für einen guten Film nötig sind. Action, Romantik,
Heldentum und ein Schuss Humor ergeben eine Mischung mit einem
sehr hohen Unterhaltungswert. Die grandiosen Spezialeffekte tragen
das Ihre zur beklemmenden Stimmung bei, die einen förmlich
an den Stuhl fesselt. Schade, dass dem gegenüber die schlappe
und fragwürdige Geschichte etwas weniger unterhaltsam ausgefallen
ist und ständig neue Ausflüchte erfinden muss, um einigermassen
unbeschadet dem Happy-End entgegensteuern zu können. (Die ab und an eingeflochtenen Anspielungen auf andere SciFi-Streifen, z.B. Stanley Kubrick's 2001 - a Space Odyssey, geben dem Film allerdings einen wohltuenden Schuss Selbstironie A
nm. d. Red.) Auch
der latente Nationalismus der im ganzen Film mitschwingt und gegen
Schluss sogar dazu führt, dass der 4. Juli zum weltweiten
Feiertag proklamiert wird, ist für einen europäischen
Betrachter eher befremdlich, ich hätte stattdessen lieber
erfahren, ob die europäischen Städte ebenso schnell
evakuiert worden sind, wie die amerikanischen.
Heinz Gnehm
Angaben zum Film
| Titel: | Independence Day
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| Genre: | Actionfilm
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| Bewertung: | ***. .
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| Länge: | 143 Minuten
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| Regie: | Roland Emmerich
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| Drehbuch: | Dean Devlin, Roland Emmerich
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| Produktion: | Dean Devlin
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| Kamera: | Karl Walter Lindenlaub
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| Musik: | David Arnold
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| Besetzung: | Will Smith (Made in America, Bad Boys)
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| Bill Pullman (While You Were Sleeping, Spaceballs)
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| Jeff Goldblum (Jurassic Park, The Fly)
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| Mary McDonnell (Dances With Wolves)
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| Verleih: | 20th Century Fox
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Das Poster und weitere Informationen gibt es
auf dem offiziellen ID4-Server und auf den
Seiten von 20th Century Fox.
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